Soziale Medien brauchen klare Regeln und mehr Verantwortung

Hannover. „Die Diskussion über soziale Medien greift oft zu kurz und konzentriert sich zu sehr auf einzelne Altersfragen. Tatsächlich stehen wir vor einer viel größeren Herausforderung: Digitale Plattformen beeinflussen zunehmend, welche Informationen Menschen erhalten, wie gesellschaftliche Debatten geführt werden und wie Meinungen entstehen. Deshalb müssen wir die Chancen sozialer Medien nutzen und gleichzeitig ihre Risiken wirksam begrenzen“, erklärt der medienpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Jens Nacke.

Nacke sieht insbesondere bei Desinformation, Hassrede und manipulativen Mechanismen großen Handlungsbedarf: „Die Risiken sozialer Medien betreffen längst nicht mehr nur Kinder und Jugendliche. Auch Erwachsene sind von Desinformation, digitaler Überforderung, Radikalisierung oder suchtähnlicher Nutzung betroffen. Wenn Algorithmen Aufmerksamkeit belohnen und extreme Inhalte verstärken, hat das Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere demokratische Kultur.“

Der Abgeordnete fordert deshalb mehr Verantwortung der Plattformbetreiber: „Wer mit den Daten und der Aufmerksamkeit von Millionen Menschen Geld verdient, muss auch Verantwortung übernehmen. Wir brauchen wirksame Alterskontrollen, mehr Transparenz bei Algorithmen und ein konsequentes Vorgehen gegen Hassrede, Cybermobbing, sexualisierte Gewalt und rechtswidrige Inhalte. Die bestehenden Regeln müssen endlich konsequent durchgesetzt werden.“

Zugleich setzt sich die CDU-Fraktion für einen umfassenden Ansatz aus Schutz, Bildung und Prävention ein. „Ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige kann nur ein Baustein sein. Genauso wichtig sind Medienkompetenz, Aufklärung und Unterstützungsangebote für Familien. Unser Ziel ist eine digitale Gesellschaft, die die Chancen moderner Kommunikation nutzt, ohne die Risiken zu ignorieren. Dafür brauchen wir klare Regeln, starke Institutionen und mündige Nutzerinnen und Nutzer“, so Nacke.

veröffentlicht am 24.06.2026