Quersteinstiegs-Master ist Tropfen auf den heißen Stein – Lehrkräftemangel wird damit nicht behoben
Hannover. Zu dem heute von Kultusministerin Hamburg und Wissenschaftsminister Mohrs vorgestellten Quereinstiegs-Master für das Lehramt an Haupt- und Realschulen äußert sich der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Christian Fühner, wie folgt:
„Die Unterrichtsversorgung an den Schulen in Niedersachsen ist nach dreieinhalb Jahren rot-grüner Landesregierung weiterhin dramatisch schlecht. Unter dem ständigen Unterrichtsausfall leiden die Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und die vielen engagierten Lehrkräfte. Deswegen ist es grundsätzlich zu begrüßen, dass mit dem heute vorgestellten Pilotprojekt eines Masterstudiengangs für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger flexiblere Wege ins Lehramt eröffnet werden. Damit hat die Landesregierung eine von der CDU-Landtagsfraktion seit Jahren erhobene Forderung aufgegriffen. Allerdings ist mehr als fraglich, ob mit diesem Pilotprojekt der tatsächliche Lehrkräftebedarf auch nur ansatzweise gedeckt werden kann.“
Fühner kritisiert, dass Kultus- und Wissenschaftsministerium mehr als dreieinhalb Jahre für diesen Schritt gebraucht haben. Zudem kann er nicht nachvollziehen, weshalb lediglich 2 x 25 Studienplätze an den Universitäten Hildesheim und Lüneburg eingerichtet werden, obwohl die Bedarfe weit höher liegen.
„50 Studienplätze für den Quereinstiegsmaster sind in einem Flächenland wie Niedersachsen nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Damit wird der Lehrkräftemangel nicht behoben.“
Fühner stellt die berechtigte Frage, weshalb die lehrerbildenden Universitäten im Westen Niedersachsens nicht an dem Pilotprojekt beteiligt sind, sondern hier ein einseitiger regionaler Fokus gesetzt wird. Angesichts der Bedarfe wäre eine flächendeckende Ausweitung dieser Maßnahme angezeigt gewesen. Unklar ist auch, wann und von wem das Pilotprojekt evaluiert werden soll und ob eine Ausweitung auf ganz Niedersachsen erfolgen soll.
„Interessant ist zudem, dass die die Hochschulen den Quereinstiegs-Master gerne mit nur einem Studienfach angeboten hätten. Das wäre leichter und vor allem schneller zu organisieren gewesen. Aber auch hier stand die Kultusministerin auf der Bremse.“
Stattdessen fordert Fühner, dass Lehrkräfte endlich von Verwaltungsaufgaben effektiv entlastet, die Anerkennung ausländischer Abschlüsse vereinfacht und mehr Anreize für Mangelschulen und ländliche Räume geschaffen werden, um dem Lehrkräftemangel zu begegnen.
„Es ist das altbekannte Spiel der Kultusministerin: Großen Ankündigungen folgen kleine Taten, die kaum Wirkung entfalten. Ihr vielbeschworener Weg der 1000 Schritte ist um einen Trippelschritt ergänzt worden, aber vorwärts kommt die Bildung in Niedersachsen damit immer noch nicht“, so Fühner abschließend.
