Aus Schulabbrüchen dürfen keine Lebensbrüche werden
Hannover. „Wir verlieren jedes Jahr tausende junge Menschen ohne Abschluss – das ist sozialpolitisch fahrlässig und wirtschaftlich kurzsichtig“, erklärt der CDU-Landtagsabgeordnete Lukas Reinken, jugendpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, zur aktuellen Debatte im Niedersächsischen Landtag.
Allein im Schuljahr 2022/2023 hätten rund 5.900 Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen die Schule ohne Abschluss verlassen – deutlich mehr als im Vorjahr. Mit einer Quote von 15,4 Prozent liege Niedersachsen bundesweit besonders weit hinten. „Das ist kein Randproblem, sondern eine zentrale Zukunftsfrage für unser Land“, so Reinken.
Besonders betroffen seien Jungen sowie Jugendliche mit ausländischer Staatsangehörigkeit. „Darauf können wir nicht mit pauschalen Programmen reagieren“, betont Reinken. Er fordert gezielte Konzepte mit mehr Praxisbezug, verbindlicher Sprachförderung und individueller Begleitung. Sprache sei der Schlüssel für Bildung, Ausbildung und gesellschaftliche Teilhabe.
Kritisch sieht Reinken, dass Schulen oft erst reagieren, wenn es fast zu spät ist. Die CDU-Fraktion setzt daher auf den Ausbau digital gestützter Lern- und Kompetenzdiagnostik, um Lernrückstände frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. „Schuldigitalisierung muss ein pädagogisches Werkzeug sein – keine bloße Ausstattungspolitik“, so Reinken.
Neben Diagnostik brauche es vor allem verlässliche Bezugspersonen. Die CDU spricht sich für einen landesweiten Ausbau von Talent-Scouts aus, die Jugendliche als Mentoren begleiten, Stärken erkennen und Perspektiven eröffnen. Auch verpflichtende schulinterne Förderangebote nach dem Vorbild anderer Bundesländer sollten geprüft werden.
Zudem fordert Reinken bessere Übergänge von der Schule in Ausbildung und Beruf. „Es darf niemand durchs Raster fallen, nur weil Daten nicht weitergegeben oder Zuständigkeiten unklar sind“, sagt er. Die Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit müsse verbindlich werden.
„Unser Ansatz verbindet frühe Diagnostik, gezielte Förderung und persönliche Begleitung. Wir setzen auf Daten – aber vor allem auf Menschen. Ziel ist klar: Aus Schulabbrüchen dürfen keine Lebensbrüche werden.“
